Chronik

Vom Schützenwesen in Waldsassen wird erstmalig 1519 gesprochen. Dies geschieht im Zusammenhang mit einem Musterungsverzeichnis für das Stift Waldsassen aus diesem Jahr. Denn nach einem Gesetz aus dem Jahre 1507 mussten die vorhandenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände öfter einer Besichtigung unterzogen werden. So lautet denn ein im Staatsarchiv Amberg liegender “Ansatz”, so die Bezeichnung für das Musterungsverzeichnis, für die Pfalz vom 3. bzw. 6. März 1519:

“Item zu verordnen den halben Teil und auszuschreiben in alle Amt wie hernach folgt geschehen
Donnerstag, Kunigund Anno 19 (= 3. März 1519)
Waldsachsen das Closter
300 Langspies, 100 Helnpartten, 100 püchsenschützen, 10 Reiswagen, 1 Feldschlange mit ihrer Zugehörung. Summa 400 Mann.”

Eindrucksvoll ist hier die Erstnennung von Büchsenschützen, die im allgemeinen im folgenden Bauernkrieg 1525 noch nicht eingesetzt waren.
Es ist zu ersehen, dass die Schützengesellschaften und Vereine in früherer Zeit keine ausschließlichen Sport- und Geselligkeitsvereine waren. Sie hatten vielmehr militärischen Charakter und dienten mit in der Hauptsache bei der Landesverteidigung. Mit der Erfassung der wehrfähigen Mannschaft im Jahre 1519 kann also auch seit diesem Jahr nachweislich von einem Schützenwesen in Waldsassen gesprochen werden.
Auch 1532, angesichts der Türkengefahr, erfolgte ein Überschlag in der Stadt Weiden. Zunächst war vorgesehen, jeden 20. Mann, d. i. 22 Mann, bereitzustellen, davon 11 auf Anforderung zu schicken. Die Pfalz drängte aber auf den 15. Mann, die nun namentlich aufgeführt wurden, unter ihnen Bastian Riedl aus Waldsassen als Büchsenschütze.
Weitere Musterungen erfolgten 1572, 1583 1588 und 1600. 1572 waren im Bereich des eigentlichen Klosters kein Harnisch, weder Wehr noch Spieß zu finden, als Folge der Verwahrlosung, die sich nach der Aufhebung des Konvents 1572 nicht nur im Zeughaus, sondern auch in der Bibliothek einstellte.

1583 sind für die waldsassischen Gerichte aufgeführt: 948 Mannschaften mit 301 langen Rohren und Büchsen, 643 Hellebarden und Federspieß samt 19 kurzen oder Faustbüchsen, 1 Schlachtschwert, 1 Fähnlein, 2 Spiel, Trommel und Pfeifen, 6 Reiswagen.
Bei der Musterung im Jahre 1600 wurden für das Fähnlein Waldsassen genannt: 75 Hellebardieren, 62 Musketieren und 82 Schützen, zusammen 219 Mann.

Im Jahre 1602 werden als Befehlshaber genannt:
Franz Mühlfenzl, Fähnrich
Thoma Ernst, Leutnant
Bartel Molzer, Wachtmeister
Adrian Hecht, Feldwebel 
daneben Heinrich Götz, Nickel Hering und Gallin Hecht,
dazu 5 Spielleute und Barbiere (Feldscher).

Die Zuteilung von Pulver und Lunten erfolgte damals durch den Zeugmeister in Amberg. Als Anreiz zum Schießen wurden 1605 für jeden Musketier ¾ und den Schützen ½ Pfund Pulver bewilligt. Das Fähnlein Waldsassen, damals 62 Musketiere und 80 Schützen, erhielt 68 ½ Pfund Pulver und 71 Pfund Lunten.

Musterungs-Register des Fähnleins Waldsassen von 1615:
Bevelchshaber: Sebastian Hecht, Fennderich zu Mieterteich,
Chonnradt Simon, Leudenandt zu Waldtsassen,
Chonnradt Fischeysen, Wachtmeister zu Waldtsassen
Michl Zeß, Führer zu Mieterteich
Mattes Becher, Musterschreiber zu Mieterteich
Georg Spitzl, Führer zu Pfaffenreith
Jacob Stilpp, Veldtwäbl zu Waldstsassen
Georg Ott, Gemeiner Wäbl zu Mieterteich
2 weitere Wäbl, 1 Balbrirer, 3 Trommelschleger, 2 Pfeifer,
7 Rotthen Hellepartirer mit 67 Mann
7 Rotthen Mugetirer mit 66 Mann
8 Rotthen Schützen mit 79 Mann

Die Handhabung der Feuerwaffen erforderte Übungsschießen auf örtlichen Schießständen. Ende des dreißigjährigen Krieges wird erstmals eine Schießstätte am Fuß des Glasberges erwähnt. Mindestens seit 1647 hat diese frühere Bergweide den Namen “die Traid”, vermutlich nach dem Weidegang der Tiere. Im Plan der Waldsassener Zins- und Zehntfelder 1683 ist sie als “Schießtreyf” eingetragen, wo auch die Schießhütte stand. Der Chronist Joh. Georg Ruprecht erzählt in seinen “Jahresgeschichten”:
“In den 1647ten Jahr kamme die schweidische guarnison vor Erffurth mit villen zuegeschlagenen Markkräflich Edelleuten und Lumpengesündt bey 2000 Mann stark, plötzlich und unversehens vor Waldsassen, willens dasselbe zu überfallen, zinteten die Städl auf der Schießtraid und zu Condrau vill Häuser an, allwo ein man ( so sich aus forcht im stadl unders heu versteckt gehabt ) verpronnen. Zu Waldsassen aber lag Obrister Beltlin mit einem Regiment Fueßvolk und etwas Reuttererey, die gaben aus 2 stücklein, dann villen mussqueten und doppelhacke auf den Feind ( der sich hinder die mauer des eusseren Freidhoffs practiciert ) Feuer, und lissen deme nichts ausrichten, sonder mueßte mit hinterlassung eines toden den ruckweg nemmen.”
Die Stätten waren 1683 wieder aufgebaut, wurden aber am 17. Oktober 1904 durch Brandstiftung eingeäschert.
Die zahlreichen Einquartierungen an Militär im 30-jährigen Krieg haben die Trift als Ausbildungsplatz und Schießstätte ausgenutzt. Über die weitere Entwicklung hinsichtlich der Schießstätten soll später noch ausführlich berichtet werden.
Unter der Regierung de Kurfürsten Ferdinand Maria (er regierte von 1651 bis 1679) wurden in Stadt und Land die aufgelösten Stadt- und Landfahnen wieder errichtet und das Scheibenschießen wieder befohlen. In Waldsassen geschah dies 1662.

Hier ein Auszug:
“Spezification was für Inwohner in der oberen Pfalz, welche Soldaten gewest un zu den Leutnantstellen der ausgewehlten Landes-Unterthanen, auch an den Officieren, konnten gezogen werden.
Gefreite Geörg Örtl bei 38 Jahre alt, kurz von Person aber ziemlich starken Leibs,
Hanns Hager 30 Jahre alt, ein lang und starke Person,
Sebastian Seeberger, bei 38 Jahre alt, zimlicher Statur des Leibs,
Jacob Zeuß, 28 Jahre alt ist in zimlicher Mannestärk.”

Damals wurde dann auch jenen Mannschaften, die nicht zum Ausschuss zählten, das Schießvortel “verreicht”. Für die Büchsenschützen wurde eine Schießordnung erlassen. Darin waren ausführliche Bestimmungen – unter Androhung von Strafen für deren Nichtbefolgung – den Schützen zur Pflicht gemacht. Wie sich Offiziere und Soldaten bei Übungen mit Musketen und Piken zu verhalten hatten, zeit ein 1784 gedrucktes “Exercitien-Mannal”, das alleine für die Abgabe eines Gewehrschusses 39 streng in der Reihenfolge zu beachtende Punkte aufweist.
Ab 1699 erhielt Waldsassen einen jährlichen Schützenvortel von 6 Gulden auf Antrag vom Landesfürsten bewilligt, nachdem sich auch das Kloster verpflichtete, weitere 4 Gulden zu geben.
1743 mussten auf Befehl des Grafen von Seckendorf, Römisch Kayserlicher geheimer Generalfeldmaschal, alle vorhandenen Scheibenschützen namentlich dem Rentamt Amberg gemeldet werden.
Aufgrund eines erlassenen Befehls vom 21. Juli 1760 über das Vorhandensein von “Auskunftstiteln oder Privilegien” der in den 4 Märkten Waldsassen, Konnersreuth, Mitterteich und Waldershof befindlichen Schießstätten berichtet das Oberamt Waldsassen Fehlanzeige. Die junge Bürgerschaft habe lediglich 3 Jahre lang nacheinander die Schießstatt zu besuchen. Von Stifts wegen werde an die Märkte Waldsassen und Mitterteich je 3 Gulden jährlich Beitrag zum Schützenvortel gegeben. Am 9. Mai 1780 erging dann von der Churfürstlichen Hofkammer in Amberg der churfürstliche Befehl, dass künftig diese Schützengabe nicht gegeben wird und sie aus den Einkünften der Städte und Märkte selbst bestritten werden.

Am 21. Juli 1796 wurde für das gesamte Churfürstentum eine allgemeine Schützenordnung erlassen, um den vielen eingeschlichenen Missständen vorzubeugen und im Ganzen die nötige Gleichheit und Einheit zu erzielen. Auch den Waldsassener Schützen war sie Gebot.
Diese Schützenordnung beginnt mit der Zielsetzung des seit alters geübten Schießens: “Die in unseren churbayerischen Landen befindlichen gefreiten Schießstätten hatten bei ihrem Entstehen und seit ihrem bisherigen Dasein den doppelten Endzweck, dass sich sämtliche Untertanen, wessen Standes sie immer sein mögen, nicht allein zu einer edlen Belustigung im Schießen üben, sondern vorzüglich, daß sie sich auch im nötigen Falle zu eigener sowie des Vaterlandes Verteidigung fähig machen können.” Besser konnte der Wert privater Initiative für das Gemeinwohl kaum zum Ausdruck gebracht werden. Mit der Aufhebung des Bürgermilitärs am 1. Januar 1870 wurden die Schützengilden und -gesellschaften nicht nur aus ihren vormilitärischen Aufgaben entlassen, sondern ihnen auch alle Freiheit der Organisationsform gegeben.

Am 25. August 1868 wurde für das gesamte Königreich Bayern eine Allgemeine Schützenordnung erlassen, die für die Königl. Priv. Schützengesellschaften heute noch Geltung hat. Die Schützengesellschaft Waldsassen führte ihre Wahlen der Schützenmeister und der Ausschussmitglieder weiterhin nach § 12 und anderer dieser Schützenordnung durch. Damit stand die Gesellschaft im Flusse kontinuierlichen Rechts, wie das selbe durch Kreittmayr im Codex Juris Bavarici Civilis (1754 – 1756) Anm. zu § 2 fixiert wurde. Der Rechtsbeistand wurde so gesehen: “Der Landesherr fasst schließlich in seinem Hoheitsbereich alle Kommunitäten, die “autoritate publica” errichtet sind, zusammen”, die Kreittmayr unter Gemeinderecht behandelt. Justiz-, Kammer und andere landesfürstlichen Kollegien, Landschaftsversammlungen, Ritterorden und Akademien, Zünfte, Schützengesellschaften, Städte, Märkte und Dorfgemeinden zählten darunter.
Die ersten überlieferten Protokolle über das Vereinsleben stammen aus dem Jahr 1909.

Die in den Jahren 1881, 1890, 1896 und 1906 stattgefundenen Bundesschießen wurden auch von Waldsassener Schützen besucht. In den Teilnehmerlisten sind die Namen Engelbert Kolb, Josef Plonner, Hans Rockstroh und Josef Glück zu lesen.
1910 wurde in Waldsassen vom 24. bis 19. Juni das 11. Oberpfälzer Bundesschießen ausgetragen. 1. Schützenmeister war damals Josef Glück, 2. Schützenmeister Hans Rockstroh. Es wurde ein Gabentempel mit 4.200 Mark Geldpreisen und Sachpreise im Wert von 5800 Mark abgerechnet und dies zu einer Zeit, wo die Maß Bier 20 bzw. 22 Pfg. kostete.
Wie ging nun die Entwicklung der Schießstätten weiter?

Ab 1803 konnte nach der Aufhebung des Klosters eine Schießstätte in der unteren Wondrebbrücke im Klostergarten benutzt werden, die jedoch nach der Wiederbesiedlung des Klosters 1864 wieder an die Schießtrift verlegt wurde.
Laut Grundbucheintrag beim Amtsgericht Waldsassen vom 3. Juli 1906 ist entlang der Plan-Nr. 798 Schießtriftweg (heute Schützenstraße), eine als Schießtrift-Ödung bezeichnete ursprüngliche Gesamt-Plan-Nr. 799 in Größe von 3.539 ha eingetragen. Davon wurden bereits 1902 0,299 ha abgetrennt als “Grundfläche der Schießhalle mit Streichraum und Scheibenständern” von Haus Nr. 262, das um 1900 als Schützenhalle bezeichnet wurde. Am 4. März 1907 wurde für die Kgl. priv. Schützengesellschaft Waldsassen das Erbbaurecht im Grundbuch eingetragen. Dies Schießstätte hat bis nach dem 2. Weltkrieg ihren Dienst voll und ganz erfüllt. Doch dann setzte sich die Stadterweiterung bis in nächste Nähe durch und so wurde 1946 die Anlage gegen eine Entschädigungssumme von 18.000 RM abgelöst. Anfang der 60-er Jahre wurde dann die Erlaubnis erteilt, eine neue Schießstätte in der Schützenstraße zu errichten.

Es ist Chronistenpflicht, auch über die 2. Schützengesellschaft in Waldsassen, die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Waldsassen 1899, zu berichten. Kurz vor der Jahrhundertwende gegründet, wählte die Gesellschaft zum Vorstand Josef Ziegler, zum Schützenmeister Anton Ernsterer und als Sekretär Johann Zuber. Die Protokolle weisen ein reges Gesellschaftsleben auf. 1920 trat Georg Stiegler als Schriftführer ein, der 1924 als Gauschützenmeister des Stiftlandgrenzgaues 111 zum 1. Schützenmeister gewählt wurde. Im Frühjahr 1927 wurde mit dem Bau einer Sommerschiessstätte an der Egerer Straße begonnen und diese mit dem Einweihungsschießen Anfang September eröffnet.
Ende 1929 stifteten Herr Fabrikbesitzer Karl Pleier und dessen Gattin Barbara die seit 1923 in Vorschlag stehende Vereinsfahne. deren Fahnenstange Georg Stiegler spendete. Die Fertigung der Fahne übernahm das Kloster der Cistercienserinnen in Waldsassen. Bei der Fahnenweihe am 13. Juli 1930 fungierte als Patenverein der Schützenverein Pechbrunn.

Nach dem 2. Weltkrieg ergab die Neuwahl die Wiederberufung von Georg Stiegler. Als 2. Schützenmeister wurde Georg Malzer, als Schriftführer Hermann Benner und als Kassier Hans Grassold gewählt. Die bisherige Schützenhalle konnte wegen nachkriegsbedingter Belegung nicht benutzt werden. Der Schießbetrieb wurde in kleinem Rahmen auf einem Notschießstand aufgenommen.
Nach dem Rücktritt Georg Stieglers wurde Hans Dietl 1. Schützenmeister. Anfang 1960 wurden 17 Schützen gezählt, die beiden Schützengesellschaften angehörten. Diese vereinbarten am 1. April 1960 die Vereinigung beider durch Auflösung der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft und Beitritt zur Kgl. priv. Schützengesellschaft.

Aufgrund ihres Berichtes vom 1. August 1961 und der vorgelegten Nachweise erhielt die Schützengesellschaft Waldsassen am 17. Oktober 1961 von der Regierung der Oberpfalz die Berechtigung, den Zusatz “königlich privilegiert” zu führen, wie bis dahin bereits üblich.

Nach der Vereinigung der beiden Gesellschaften wurde folgende Vorstandschaft gewählt:
1. Schützenmeister: Emil Engel
2. Schützenmeister:  Georg Stiegler
3. Schützenmeister: Franz Brandl
1. Schriftführer: Johann Göhl
1. Kassier:  Oskar Salomon

Nächste Aufgabe war es nun, eine entsprechende Schießanlage zu erstellen. Nach langen Verhandlungen konnte endlich ein Grundstück der Stadt am Glasberg nach finanzieller Entschädigung für die enteignete Schießanlage als Grundstück für den Neubau des Schützenheimes erworben werden.
Die Planung und Bauleitung des Projektes lag bei 1. Schützenmeister Emil Engel, Inh. des Bauunternehmens Franz Kassecker, Waldsassen, in bewährter Hand.

In einträchtigem Zusammenwirken der Mitglieder, durch enorme freiwillige Arbeitsleistungen mit 11.370 kostenlosen Arbeitsstunden, vielen Sach- und Geldspenden und der besonderen Leistung des 1. Schützenmeisters konnten schließlich auch entsprechende Zuschüsse erreicht werden. Hierbei sind die großen verdienstvollen Bemühungen des damaligen Landrats und MdL Otto Freundl zu nennen. Emil Engel und Otto Freundl wurden dann auch für ihre großartigen Leistungen zu Ehrenschützenmeistern ernannt.
Die Einweihung des Schützenheimes mit Gaststätte, Saal und 26 Luftgewehrständen konnte bereits mit dem Kirchweihschießen im Oktober 1961 verbunden werden.

1962 wurde mit einem großen Fest- und Schießprogramm das Einweihungsschießen durchgeführt, woran sich die stattliche Zahl von 448 Schützen beteiligte.

Als zweiten Bauabschnitt erstellte die Gesellschaft in den Jahren 1964/65 die Kleinkaliber-Schießanlage mit vollautomatischen Ständen auf 50 m und 100 m sowie 25 m- Pistolenständen. Die nun vollständige Schießanlage entsprach damals allen schießsportlichen Erfordernissen.
Mit dem Zusammengehen beider Gesellschaften und der Errichtung des Schützenheimes nahm die kgl. priv. Schützengesellschaft 1519 Waldsassen einen unwahrscheinlichen Aufschwung, welcher sich vor allem auch in den schießsportlichen Leistungen abzeichnete. Ein Zeugnis davon geben die vielen, in großer Zahl errungenen Siege und Meisterschaften auf Gau-, Bezirks- oder Landesebene. Durch eine erfreuliche und intensive Jugendarbeit ist auch für den entsprechenden Nachwuchs vielseitig gesorgt worden.

Die stete Aufwärtsentwicklung, auch im Hinblick auf die Anzahl der Mitglieder und das Gesellschaftsleben, verbunden mit einem hervorragend besetztem Schützenmeisteramt, erfordern aber auch eine große Aktivität bei der Schaffung zusätzlicher Räumlichkeiten und Schießanlagen. So wurde 1971 für den Gaststättenpächter ein Wohnhaus errichtet und 1982 konnten weitere Vereinsräume am Schützenheim bezogen werden.
Damit aber nicht genug. Nach der Überdachung des Luftgewehrstandes, der Renovierung der 50- und 100-m-Schießbahnen und dem Neubau der Pistolenschießhalle verfügt die königl. priv. Schützengesellschaft 1519 Waldsassen seit 1991 über eine Schießanlage, die nicht nur höchsten Ansprüchen, sondern auch allen gesetzlichen Vorschriften vollauf genügt.

Was bei diesen Baumaßnahmen, und nicht nur dabei, an Eigenleistungen von verschiedenen Gesellschaftsmitgliedern erbracht wurde, zeugt von hohem Gemeinschaftssinn, der in unserer Schützengesellschaft herrscht.
Den guten Geist der Gesellschaft mit einer vorbildlichen Führung zeigt auch die Tatsache, dass dem 1. Schützenmeister Franz Brandl und dem 2. Schützenmeister Manfred Spitzl über Jahrzehnte hinweg immer wieder das Vertrauen ausgesprochen wurde. Zusammen mit 38 weiteren Gesellschaftsmitgliedern, die im Schützenmeisteramt, der weiteren Vorstandschaft und im Gesellschaftsausschuß tätig sind leisten sie hervorragende Arbeit.

1980 wurde beschlossen, die in mühevoller Handarbeit gefertigte Fahne der Nachwelt zu erhalten und nicht mehr bei Ausmärschen zu verwenden. Die Gesellschaft entschied sich für die Anschaffung einer neuen Fahne. Verbunden damit war aber auch der Wunsch nach einer neuen Fahnenpatin.
Mit Frau Elisabeth Hart, Tochter des Gastronomnehepaares Sperber aus Waldsassen, konnte die wohl beste Wahl getroffen werden. Die Patin stiftete großzügig die neue Fahne.

1982 wurde die Fahne im Rahmen einer großen Festveranstaltung von Monsignore Vitus Pschierer in der Basilika Waldsassen geweiht. Die Patenschaft bei der Fahnenweihe übernahm in freundschaftlicher Verbundenheit die Schützengesellschaft “Andreas Hofer” Fuchsmühl.
Es ist an dieser Stelle nur recht und billig, die Familien Hart mit ihrer großartigen und vielseitigen Unterstützung der Gesellschaft, vor allem bei den immer wieder anstehenden Baumaßmahmen, namentlich zu erwähnen.

1995 erfolgte die Gründung der Sparte Bogenschießen. Zunächst in der Pistolenhalle, später in Räumen der ehem. Porzellanfabrik Bareuther, wurde insbesondere für die Jugend eine neue Attraktivität für den Schießsport geschaffen. Bereits nach kurzer Zeit zeichneten sich einige der Schützen bei Meisterschaften bis zur Bayerischen Meisterschaft mit besten Ergebnissen aus.

1997 endete innerhalb der Gesellschaft eine Ära. Franz Brandl, seit 44 Jahren im Schützenmeisteramt und seit 1971, also 25 Jahre, als 1. Schützenmeister tätig trat zurück. Mit ihm beendete auch Manfred Spitzl als 2. Schützenmeister nach 21-jähriger Tätigkeit seine Laufbahn. Beide wurden in Anbetracht ihrer großen Verdienste um die königl. priv. Schützengesellschaft 1519 Waldsassen auf einstimmigen Beschluss der Generalversammlung zu Ehrenschützenmeistern ernannt.
Das Amt des 1. Schützenmeisters übernahm daraufhin Franz-Josef Schraml, der es nach seinem Wegzug aus Waldsassen nach 2-jähriger erfolgreicher Tätigkeit jedoch leider wieder abgeben musste.

1999 stellte sich Horst-Helge Döll zur Wahl des 1. Schützenmeisters und wurde bei der Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit der Schützen gewählt. Der weitere Aufbau der Bogenabteilung mit Verlegung des Bogengeländes an die Schützenstraße neben dem Schützenheim, die Sanierung des Wohnhauses, die Neugestaltung der 100m-Schießbahn und die Renovierung des Luftgewehr-Standes waren in den nächsten Jahren nur einige der in seinem Verantwortungsbereich durchgeführten Maßnahmen.
Neben guten bis sehr guten Plazierungen bei den Wettkämpfen in den Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole und Sportpistole konnte 2004 mit dem Aufstieg der 1. Luftgewehrmannschaft in die Bezirks-Oberliga ein weiterer Höhepunkt im Vereinsgeschehen verzeichnet werden. Dieser wurde noch übertroffen durch den Durchmarsch in der Bezirksoberliga und der Aufstieg in die Oberpfalzliga, wo man sich im Rundenwettkampf 2005/2006 wacker schlagen konnte und einen beachtlichen 5. Tabellenplatz belegte.

Bei der Generalversammlung 2006 machte 2. Schützenmeister Dieter Kannenberg einem jüngeren Nachfolger Platz. Nach 35 Jahren erfolgreicher Arbeit im Schützenmeisteramt – er war u. a. tätig als Jugendleiter, Sportleiter, 3. und 2. Schützenmeister – übergab er sein Amt des 2. Schützenmeisters an Johannes Kunz. Für seine geleistete Arbeite und seine Verdienste um die königlich privilegierte Schützengesellschaft 1519 wurde er daraufhin nach einstimmigem Votum der Versammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Das Jahr 2007 brachte wieder eine Veränderung in der Vorstandschaft. Horst-Helge Döll konnte aus beruflichen Gründen das Amt des 1. Schützenmeisters nicht mehr übernehmen und trat nach 8 erfolgreichen Jahren nicht mehr zur Wahl an. Als neuer 1. Schützenmeister konnte Alfred Koch gewonnen werden. Er wird nun für vorerst 3 Jahre die Geschicke der Schützengesellschaft leiten.

Am 3. Februar 2008 erreichte uns die Nachricht vom Ableben unseres Ehren-Schützenmeisters Franz Brandl. Nach kurzer schwerer Krankheit hat er uns für immer verlassen. Mit ihm verliert nicht nur unserer Schützengesellschaft, sonder auch der Stiftlandgau, der Schützenbezirk Oberpfalz und der BSSB eine Persönlichkeit, die das Schützenwesen über viele Jahrzehnte mit geprägt hat.

Die königlich privilegierte Schützengesellschaft 1519 Waldsassen hat die von ihren Gründern festgelegten Ziele und geschaffenen ideellen Werte in sportlicher wie auch in gesellschaftlicher Hinsicht in besonderer Weise bewahrt und gemehrt.

Waldsassen, im Februar 2008 

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